realisierungswettbewerb wohnbau haunspergstrasse 39, salzburg

Der Entwurfsidee liegt aus städtebaulicher wie architektonischer Sicht die historische Grundintervention einer "Gartenstadt" des städtischen Quartiers Elisabeth Vorstadt zu Grunde. Ziel ist es jene Grundidee einer Villenkolonie mit umgebenen Gärten in die geforderte, vergleichbar höhere Dichte, welche sich mit 1,1 durchaus innerstädtisch argumentieren lässt, kontextaffin weiterzutragen bzw. in eine urban verdichtete Typologie-komposition zu transformieren. Die geforderte Baumasse in städtebaulicher Maßstabsverträglichkeit am Grundstück so zu setzen das jene entspr. einer Kleinstrukturiertheit verstärkt architektonisch ausformuliert werden kann. Es werden drei kompakte Grundkörper auf Basis eines floralen Grundbildes entworfen und versetzt zueinander - ineinander verschmolzen. Der nördliche Körper- viergeschossig-lehnt sich höhenmäßig an den nördlichen Bestandstypos an und bildet einen städtebaulichen Übergang zur im Norden vermehrt vorkommenden Großtypologiestruktur des urbanen Siedlungskörpers. Durch die nach Süden sich weiterentwickelnde verzahnte Komposition der beiden 3 geschossigen Baukörper mit dem nördlichen Hochpunkt werden Zwischenräume/ Raumtaschen geschaffen welche qualitative Nutzungen ermöglichen und die Gesamtmasse maßstäblich kontextuell anpassen - klein strukturierte feinkörnige Massenperspektiven. Die kompakten Baumassen satteln auf den TG_Sockel, welcher <1 m über Urgelände auskragt und somit einen Erschließungssockel als auch eine Vertikalstaffelung der Privatgärten/Wohnungen zum Gemeinschaftsgarten/Park mit dem erhaltenen Baumbestand im Westen und Süden bildet. Der nordöstlich gelegene Freiraum/Platz dient als Ankommensplattform und Erschließungsverteiler von der Haunspergstraße sowie für halböffentliche/öffentliche Nutzungen wie Markt, etc. Jener Freiraum geht städtebaulich einen Diskurs mit dem nordöstlich vom Grundstück gelegenen Platz+Straßenkreuzung durch Anhebung/Belagwechsel (Pflasterung) ein. Hier wird eine öffentliche Nutzung als z.B. Wochenmarkt neben der Verkehrsberuhigung sowie der Qualitätssteigerung des Straßenraumes gesehen. Die Nutzer des Dachgartens wo "Urban Farming" stattfinden kann, können hier den unmittelbar räumlich angebunden öffentlichen Raum als Marktplatz nutzen und dort die Idee Gartenstadt innerhalb eines urbanen Siedlungskörpers leben und nachhaltig stärken. Die Transformierung bzw. Nutzungspluralisierung von Straßenräumen kann hier als Mikrointervention einen Startpunkt bzw. Weiterführung einer Stadtvision darstellen. Die Stadt als Lebens- und Naherholungsort, wo Wege auch zur Lebensmittel- beschaffung verkürzt werden und eine Mikro- und Makroklimaverbesserung darstellt. Es entsteht eine klare Staffelung bzw. barrierefreie Verschmelzung von öffentlichem - halböffentlichem und privaten Raum. Die Zufahrt zur Tiefgarage ist über die Sylvester Oberberger Staße in der Bestandsbaumzäsur am nordwestlichen Eck des nördlichen Baukörpers situiert. Die Komposition der drei Baukörper ermöglicht an der Schnittstelle Nordkörper zu Mittelkörper ein einziges zentral gesetztes Treppenhaus mit diagonal ausgedrehten, durch grüne Vertikalatrien aufgelockerten, Erschließungs- adern an welche die vielfältigen Wohnungstypologien aller drei Baukörper blütenartig andocken. Die filigran, kleinstrukturierende Stabtektonik der raumenden Freibereiche, welche sich vom Dachgarten über die Geschosse nach unten entwickelt und so jeweils private Freibereiche in Form von Balkonen/Wintergärten ausgestaltet, verfeinert architektonisch die kleinstrukturierende Baukörperbearbeitung. Jene Freibereiche können als Individualgärten - "Vertikale Gärten" der Bewohner genutzt werden. Pflanztröge bzw. optional schließbare Paneele (transparentes Leichtmaterial in Stahlrahmen) ermöglichen eine Pflanzhaltung während des gesamten Jahres und lassen den Innenraum entsprechend lebendig der Jahreszeit anpassen. Raum dehnt sich im Sommer aus und komprimiert sich im Winter--> sich veränderndes Raumangebot. Dieauf Basis eines bionischen Konzeptbildes entwickelte Innenraumstruktur, welche sich zur orthogonal komponierten Außenhülle diagonal ausdreht, generiert eine hohe Flexibilität hinsichtlich Grundrisskonfiguration, Wohnungszusammenlegungen sowie einer grundlegenden Grundrisspluraliät, was die große Bandbreite der Stil- und Grundrissformen der Bestandsverbauung der Oberberg'schen Gründe verdichtet weiterträgt. Das Farb-Materialkonzept, kompakte Holzbaukörper mit Fassade aus Holzbrettern versetzt ineinander verschmolzen auf einen Betonsockel ruhend, komplementiert durch die vom Gemeinschaftsdachgarten der 3 geschossigen Körper sich nach unten entwickelnden Privatgartenstrukturen in Form von Balkon/Wintergärten als filigrane Stahlkonstruktionen zeigt eine klare Materialsprache und stärkt dadurch das Grundkonzept einer nachhaltigen, materialbewussten städtebaulichen Nachverdichtungsintervention. Die in weiß gesehene Stahltektonik, erinnernd an Gewächshausstrukturen erhöht die anmutende Leichtigkeit dieser kleingliedrigen Vertikalgartenstruktur und hebt das GRÜN der Bepflanzung hervor.


Die Bauweise zeigt demnach ebenso eine klare Haltung auf. Die auf den TG_Betonsockel ruhenden Baukörper sind in Holzbauweise (BSP) mit Stahlbetontreppenhaus und additiver Stahlstabtektonik für die Freibereiche konfiguriert.


Die Kompaktheit der Baukörper sowie die bewusste Wahl von Materialien, urban-ökologisch interpretiert, lassen das gesetzte Ziel "Klima Aktiv Gold_Standard" neben urbansoziologischen Weiterentwicklungen aufgrund der Sicht einer Stadt als Lebens- Anbau- und Naherholungsort erreichen bzw. forcieren. Das statische Konzept zeigt neben dem Tiefgaragensockel das Treppenhaus aus Stahlbeton und die Gebäudehülle aus Holzmassivbauweise in Form von BSP_Elementen. Die additive Stahlkonstruktion entwickelt sich vom Dach über die Geschosse nach unten und zeigt hier eine abgehängte bzw. vorgestellte Tektonik.