Sanierung, Aufstockung und Erweiterung Berufschulzentrum Lehen, Salzburg
Der B-Trakt der Landesberufsschule 4 an der Kreuzung Schießstattstraße und Johann-Brunauer-Straße in Lehen soll, durch den gestiegenen Bedarf an Ausbildungsplätzen mit einem Geschoß aufgestockt werden und die Barrierefreiheit mit einem Aufzug hergestellt werden. Das Gebäude schließt den Schulkomplex Richtung Norden zur angrenzenden HAK ab. Das bestehende Dach wird entfernt und durch ein Geschoss ersetzt. Die Bestandsgeschosse dienen in der Gestalt als Sockel und das neu geschaffene Geschoss als Krone, welche durch seine Höhe dem Gesamtkörper eine harmonische Proportion verleiht. Durch den Abbruch der Verbindungsbrücke im Osten und der Setzung des Liftes wird an ebendieser Stelle eine eigene neue Zugangssituation geschafft und bildet die barrierefreie Erschließung aller Geschosse. Dieser rückt vom Gebäude ab wird so zum Gestaltungselement. Im Süden wird das Erdgeschoss eben dorthin erweitert, dieser dient als Sockel für die darüberliegende Balkonstruktur welche sowohl Austritte aus den Klassen generieren, gleichzeitig einen notwendigen konstruktiven Sonnenschutz bieten und als Gerüst zur Begrünung dienen. Das Vordach zieht sich weiter von Süden wo Fahrräder untergestellt werden können nach Osten. Dort generiert es samt Grünbereichen, Sitzmöglichkeiten eine neue Qualität samt attraktiver einladender Adressbildung. Die bisweilen störende Müllplatzsituation wird durch eine Neuorganisation entgegengewirkt. Nach Norden wird die Böschung durch einen Tiefhof ersetzt, dieser bietet sowohl Raum für einen Austritt in den begrünten Patio in den angrenzenden Werkstätten im Untergeschoss, verleihen diesen Räumen auch eine mit vorher nicht vergleichbare verbesserte Belichtungssituation im Inneren. Im Osten wird im 3. Geschoss ein Verbindungstrakt generiert, dieser ordnet sich in der Höhe der des Kopfgebäudes unter.
Die Bestandsgeschosse werden thermisch saniert, die Fenster werden getauscht folgen aber den alten Proportionen. Eine einfache Putzoberfläche verleiht dem Sockel seinen ruhigen zurücknehmenden Ausdruck. Im Süden werden die Werkstätten eben dorthin erweitert. Die Tore, ausgeführt aus Stegplatten bringen so Tageslicht in die Werkstätten, bietet aber auch Sichtschutz. Die Aufstockung ist geprägt durch das zugrundeliegende Verständnis von Konstruktion und Gestaltung. Das Sheddach spannt über die gesamte Breite. Über Stützen welche kraftschlüssig mit dem Parapet - welches ein Brettsperrholzelement ist – verbunden ist, wird es weiter über die Außenwand abgetragen. Das ermöglicht eine sehr hohe Flexibilität im Inneren und eine Entlastung der bestehenden Stützen Träger Konstruktion des Bestandes. Das umlaufende Lichtband ermöglicht einen wunderbaren Ausblick, zur Verdunkelung sind Vorhänge angedacht. Im Osten und Westen wird ein perforiertes Wellblech davorgesetzt um Einblicken und der Überhitzung entgegen zu wirken. Richtung Süden dient die davorgestellte Balkonstruktur als konstruktiver Sonnenschutz und Rank Gerüst für eine Begrünung. Der gesamte Innenraum lebt durch seine hohe Flexibilität und Transparenz, dies erzeugt eine moderne Lernlandschaft und vermittelt ein Gefühl von Gemeinschaft. Bei Bedarf dienen Vorhänge zur Abdunkelung. Das weiche Licht, welches über das Sheddach in den Innenraum gelangt erzeugt eine immer ähnliche Lichtstimmung und ein atelierartiges Ambiente. Eine hofartige Terrasse dient dem Gemeinschaftlichen Aufenthalt im Freien und ermöglicht die Pause auch bei frischer Luft zu halten. Die verwendeten Materialien Holz und Glas bieten im Innenraum ein harmonisches Ambiente. Über Osten gelangt man über den neu geschaffenen Pausenraum zum angrenzenden Gebäude. Die dort gewonnen Dachfläche wird über eine Freitreppe im Außenbereich erreicht. Dort findet sich genügend Platz für die PV-Anlage.
Nach Außen ist die Aufstockung mit Wellblech verkleidet, diese rhythmisiert und generiert ein Spiel aus Licht und Schatten. Sie erinnert an einen leicht industriellen Charakter, welches den Fachbereich der Landesberufsschule 4 widerspiegeln soll. Das Sheddach wird außen dezent durch die perforierten Bereiche wahrgenommen, sie lassen die Konstruktion erahnen bilden jedoch einen klaren Abschluss nach oben. Dadurch bettet sich das Gebäude harmonisch in die Umgebung ein.
Die bestehenden Treppenhäuser werden nach obenhin verlängert und im Bereich der Aufstockung geschlossen um die Brandschutzrichtlinien einzuhalten. Alle bestehenden Eingänge blieben erhalten, im Westen wird eine neue Adresse durch die Setzung des Liftes gebildet über welchen man barrierefreie in alle Geschosse gelangt. Der Entwurf bezeichnet sich durch eine hohe Raumqualität im Inneren. Der Mittelgang wird durch die hohe Transparenz und Offenbarkeit aufgelöst, so entsteht nicht nur im Inneren der Klassen und des Veranstaltungsraum eine hohe Qualität auch die Zwischenräume weisen diese auf. Der Balkon im Süden bietet nicht nur bei der Aufstockung eine Mehrqualität auch die bestehenden Geschosse darunter bekommen diese zugeschrieben. Der Übergang zwischen Aufstockung und Hauptgebäude wird als ein verbindender Pausenraum im Gelenk gedacht.
Die gedachten flexiblen Raumbereiche erlauben sowohl jetzt (durch Faltelemente) als auch für mögliche in der Zukunft liegende Anpassungen durch geringe bauliche Maßnahmen rasche Anpassung und dadurch neue räumliche Situationen.
Die gezielte Auswahl von umwelt-, klimafreundlichen Baustoffen/Materialien und deren gezielt elementar einfache tektonische Konstruktion vom Rohbau bis zum Ausbau lässt diese Kategorie ein sehr hohes Niveau erreichen. Eine sortenreine Rückbaubarkeit sowie eine Wieder-, Weiterverwendung von Baustoffen bzw. eine zukunftsfähige Verwertung aufgrund von Vermeidung von Verbundwerkstoffen/Verbundbauelementen stehen im Sinne einer Gesamtzyklusbetrachtung und lässt hinsichtlich der Kreislauffähigkeit eine hohe Qualität erzielen. Aufgrund des hohen Vorfertigungsgrad der einzelnen Elemente der Aufstockung ist eine Ökonomisierung sowohl im Planungs- als auch im Bauprozess möglich.








